Heraus zum ersten Mai? Och, nö…

067

Es ist der 1. Mai 2009, ein Tag, an den ich mich sehr gut zurück erinnern kann. Ich war von morgens bis abends unterwegs gewesen, hatte den bis dahin perfekten Tag mit lieben Freunden auf dem Mariannenplatz ausklingen lassen. Auf dem Rasen sitzend, Leute beobachtend, die Sonnenbrille auf, leicht angezeckt von Bier und Gras, ewig hätte ich so sitzen können. Doch irgendwann wurde mein Hintern klamm, mit dem Sonnenlicht ging auch die Wärme, mit der Dämmerung wurde es zu frisch, um einfach so ohne Jacke dazusitzen.
Also verabschiedete ich mich und machte mich auf den Weg zum Kotti, um heimwärts zu fahren. Was dann passierte, hat sich mir in mein Gedächtnis eingegraben.
Ich latsche nichts Böses ahnend die Mariannenstraße lang, will rechts die Skalitzer runter zum Kotti, und zuerst fällt es mir gar nicht auf, weil ich Musik auf den Ohren habe, doch nach ein paar Metern schaue ich auf in Richtung Kottbusser Tor und zwanzig Meter vor mir bewegt sich eine Menschenmasse geschlossen auf mich zu.
Eine Wand aus Menschen, die vor irgendetwas davonläuft, und sie läuft schnell.

Ein paar Sekunden später renne auch ich, allerdings habe ich mich umgedreht und renne vor der Menschenmenge her. Die Musik ist aus, jetzt höre ich auch, was da los ist. Sirenengeheul, Menschengeheul, untrennbar miteinander vermischt.

Ich renne die Mariannenstraße weiter, drehe mich um und sehe, wie die Menschenwand weiter die Skalitzer langrennt, am Himmel über dem Kotti sieht man Rauch, es knallt ab und zu. Mein Herz klopft schnell, aber mittlerweile gar nicht mehr aus Angst.

Aus Wut.
Warum? Das will ich Euch gerne sagen.

Der erste Mai war nämlich in Berlin nicht immer von Gewalteskalation zwischen Antifa/Autonomen und der Polizei überschattet.

Es gab eine Zeit in den Siebzigern und Achtzigern (möglicherweise auch in den Sechzigern, aber das entzieht sich meiner Kenntnis), da war der erste Mai genau das, was er seit 1886 immer schon war: der Tag der Arbeit, oder Tag der Arbeiterbewegung.

Ich erinnere mich gut daran, dass ich, sobald ich laufen konnte, immer von meinen Eltern auf die Mai-Demo mitgenommen wurde. Vermutlich auch schon vorher, im Kinderwagen eben. Und ich fand das toll, diese vielen Menschen, die zusammen in die gleiche Richtung gelaufen sind, vom DGB-Haus zum Reichstag, jedes Jahr. Der Reichstag, das war für mich als Kind diese riesige grüne Wiese, auf der eine Bühne aufgebaut war, wo Menschen sprachen und Reden hielten. Es gab Würstchen und andere Leckereien. Und wenn ich nicht mehr laufen mochte, nahm mich Papa auf die Schulter.
Der erste Mai, das war das Größte, obwohl ich natürlich gar nicht gecheckt habe, worum es da geht.

img239

Heute weiß ich das allerdings, und was mir heutzutage am 1. Mai so auf den Sack geht ist, dass es den sogenannten Revoluzzern allem Anschein nach nur um Action und Massen-Klopperei geht. Hauptsache, gegen das System. Hauptsache, irgendwer kriegt auf die Fresse.
Gut möglich, dass ich mich täusche, ich hab mich zugegebenermaßen noch nie mit ‘nem Vertreter dieser Fraktion unterhalten, aber ich habe ehrlich gesagt, gar keine Lust darauf. Ihr wollt gegen das System sein und plündert in Kreuzberg, wo sie selber nix haben? Zumindest war das damals 1988 so. Da hättet Ihr mal lieber in Zehlendorf oder Charlottenburg Randale machen sollen. Oder einfach den Mund halten und daran denken, worum es eigentlich geht:

Es ging darum, den Acht-Stunden-Arbeitstag durchzusetzen, denn bis dato (1886) war es Standard, sich 12 Stunden jeden Tag den Rücken krumm zu schuften, für eine Handvoll Dollar am Tag. Dafür gab’s grad mal eine karge Abendmahlzeit.
Also wurde am 1.Mai 1886 generalgestreikt in den USA. Landesweit. Zwischen 300.000 und 500.000 Leute legten die Arbeit nieder, wenn mich nicht alles täuscht. Ich hab das alles mal in der Schule gelernt (und auf Wikipedia aufgefrischt), ich weiß nicht, ob in Geschichte oder sogar im Englischunterricht, wegen dem Chicago-Bezug.
Es kam natürlich zu Unruhen, die Polizei erschoss am 3. Mai 1886 bei dem Versuch, Streikende auseinanderzutreiben, sechs Arbeiter, jedoch eskalierte die Lage dann, als am 4. Mai eine Bombe in der Menge explodierte. Man schob den Demonstranten die Schuld in die Schuhe und richtete vier der vermeintlichen Drahtzieher hin – ohne Beweise.
Sechs Jahre nach der Hinrichtung wurde das Urteil vom Gouverneur von Illinois annuliert, da dieser erkannte, dass keinem der Verdächtigten nachgewiesen konnte, etwas mit dem Bombenanschlag zu tun gehabt zu haben.

Deswegen regt mich das jedes Jahr so auf. Weil die Prügler einfach nicht checken (wollen?), worum’s geht.
Hauptsache, wir haben uns mit den Bullen gekloppt, nicht wahr?

Der Beitrag Heraus zum ersten Mai? Och, nö… erschien auf Blogrebellen.

Zeigen und gezeigt werden: Was die Kunstfreunde am Samstag in Berlin nicht verpassen dürfen

Teasr

Proud Collector. Diese zwei Worte solltet ihr euch merken, wenn ihr Bock auf Kunst aber nicht unbedingt dafür in eine Galerie oder einem Museum gehen wollt. Stolze Sammler zeigen ihre Babys außerhalb des klassischen Kontextes und dafür suchen sie sich außergewöhnliche Locations.
Diesen Samstag habt ihr die Möglichkeit im The Grand Berlin euch ein paar Stücke anzusehen. Wer noch feiern möchte, bleibt bis es im Ballroom mit der Clubnight losgeht.

Checkt #BYOA #Proudcollector am 02.05.2015. Freier Eintritt von 18 bis 22 Uhr, 10 Euro ab 23 Uhr!

Persönlich bin ich von The Grand begeistert, weil die rustikale Einrichtung sehr abgefahren und überhaupt nicht kitschig daher kommt.

03_Suite3

04_Suite4

 

Bilder: The Grand Berlin

Der Beitrag Zeigen und gezeigt werden: Was die Kunstfreunde am Samstag in Berlin nicht verpassen dürfen erschien auf Blogrebellen.

Wie David Guetta neulich beinahe ein #realdj war

David-guetta-realdj

Es begab sich während David Guettas Setvorbereitung für das Coachella-Festival das etwas schiefging und sein Computer crashte. Und zwar mit total überraschenden Konsequenzen, wie der Superstar-DJ im Interview mit Beatport erzählte.

“Something crazy happened to me on the [first weekend],” he says. “I’m using Rekordbox and Pioneer to play, and before I saved my playlist to my SD card, my computer crashed. So I just had to put all my music in a random order on USB sticks at the last minute, doing it really old school, scrolling to look for the records I wanted to play next.”

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Da schwadroniert einer der bestbezahlten DJs des Planeten darüber, wie “old school” es doch sei, mal keine vorgefertigte Playliste runterzuspielen, sondern tatsächlich scrollen zu müssen, um den nächsten Track zu suchen. Scrollen! Also S-C-R-O-L-L-E-N! Man ist fast versucht, ein Spendenkonto für diesen unerschrockenen Verfechter des #realdjing einzurichten.

//giphy.com/embed/14aUO0Mf7dWDXW

(Bild: “David Guetta” by Eva Rinaldi, CC-BY-SA 2.0)

Der Beitrag Wie David Guetta neulich beinahe ein #realdj war erschien auf Blogrebellen.

Extrembeatboxing: Reeps One – Move

Reeps-one-move

http://ift.tt/1EUhXr1

Reeps One habe ich hier schonmal ordentlich abgefeiert.
Damals war ich höllisch geflasht vom Auftritt des UK Beatbox Champion auf der Fusion. Und weil der Mann sich immer noch genauso gut durch das UK Hardcore Continuum beatboxt und neben Beatboxen auch gleichzeitig (!) Basslines und Vocals mit dem Mund macht, darf der Meister ruhig öfter gefeatured werden. Eine Million Klicks auf seinem “Move”-Video sind ja schon nicht schlecht, aber da geht noch mehr.

Der Beitrag Extrembeatboxing: Reeps One – Move erschien auf Blogrebellen.

Fox News sucht Unruhen und findet meisterhaft vorgetragene Medienkritik

Baltimore Protester confronts Geraldo Rivera

http://ift.tt/1HTKXOz

Fox News’s Gerardo Rivera durchkreuzte die Straßen von Baltimore auf der Suche nach ins Schema passenden Aufnahmen: thugs who break shit down. Zu seiner augenscheinlichen Verwirrung findet er stattdessen einen jungen Herrn, der zwar äußerlich in das Fox Newssche “thug”-Schema passt, aber dessen Handlungen und Aussagen sich leider nicht in die Erzählstrategie des Nachrichtensenders einweben lassen.

Ihr findet folgend die Highlights der Konfrontation auf englisch und teilweise in popeligen deutschen Übersetzungen. Der Vollständigkeit halber muss hier noch erwähnt sein, dass Geraldo kaum was zum Dialog beiträgt und sich ständig nur über die “raised voice”/”erhöhte Lautstärke” des jungen Herrn ärgert.

No, don’t walk away cause we start talking. That’s the problem with the media. Cause you wanna report that we’re thugs and we break shit down.
Nein, renn jetzt nicht weg, nur weil wir mal anfangen zu reden. Das ist das Problem mit den Medien. Weil ihr darüber berichten wollt, was für böse Buben wir sind und wie wir Dinge kaputtmachen.

I want you and Fox News to get out of Baltimore City. Because you’re not here reporting about the Baltimore boarded up homes and the homeless people on the MLK. You’re not reporting about the poverty levels up and down North Avenue. Two years ago, when the 300 men march …kaum verständlich… Milton and North you weren’t here! You’re here for the riots! You’re not here for the death of Freddie Gray.
Ich will, dass ihr und Fox News aus Baltimore City abhaut. Weil ihr nicht hier seid, um über die verlassenen und zugenagelten Wohnhäuser hier zu sprechen oder über die Obdachlosen auf dem Martin Luther King Boulevard. Ihr berichtet nicht über die Armut entlang der North Avenue. Vor zwei Jahren fanden mehrere friedliche 300 Mann starke Protestmärsche statt (Quelle: Baltimore Sun). Dafür wart ihr nicht hier. Ihr seid hier wegen der Unruhen. Ihr seid nicht hier wegen Freddie Gray.

This is not for Youtube, this is serious!

I want the cameras off.

Sorry für die grausame Videoqualität und die Schräglage. Hier geht’s um den Inhalt, nicht die Verpackung. In HD auf Fox News werden wir die Unterhaltung wohl nie zu sehen bekommen.

Via DailyDot.

Der Beitrag Fox News sucht Unruhen und findet meisterhaft vorgetragene Medienkritik erschien auf Blogrebellen.

BOSE Solo 15 TV Sound System (Sponsored)

775x398_09

Wer hat heutzutage noch einen Röhrenfernseher? Solch ein museumsreifes Stück stand bis vor kurzem noch in unserem Wohnzimmer, doch schließlich investierten auch wir in einen neuen Smart-TV mit brillantem HD-Bild, Internetzugang und allen Schnick-Schnack, den man heutzutage mit einem solchen Gerät erwirbt.

Das einzige, was mich an solchen HD-Fernsehern immer stört ist der flache, dünne Sound. Das erklärt sich aber auch von selbst, denn was will man von einen solchen, nur wenige Zentimeter dünnen Gerät auch erwarten. Es ist schlicht und einfach kein Platz um hochwertige Lautsprecher zu verbauen um neben einem umwerfenden Bild auch noch einen erstklassigen Sound zu bieten. Also muss eine Lösung her um mit dem neuen Fernseher nicht nur den Augen zu schmeicheln, sondern auch die Ohren mit einem umwerfenden Sound zu verzücken. Surround-Sound kommt für uns nicht in Frage, denn ich habe einfach keinen Platz um unser Wohnzimmer mit unzähligen Lautsprechern neben dem TV und Sofa zu bestücken, ganz zu schweigen von dem unsäglichen Kabelsalat und Verstärker, der unseren Lebensraum in einen Technikwüste verwandeln würde.

bose-solo-15-tv

Genau hier setzt das neue Sound System der Firma BOSE an. Die Idee ist so brilliant wie auch simpel, denn das Solo 15 TV Sound System ist ein Sockel-Lautsprecher, der einfach unter den Fernseher gestellt wird und damit extrem viel Platz spart. Wenn überhaupt fällt das Sound System nur durch das schicke Design und natürlich den exzellenten Klang auf. Bis zu 34 Kilogramm ist die Sound Bar belastbar und damit ein sicherer Sockel für große TV-Geräte. Der Aufbau ist kinderleicht und der Lautsprecher in kürzester Zeit einsatzbereit. Dafür sorgen die verschiedenen Anschlüsse: Über Chinch-, Optical- und Coaxialen-Eingänge verbindet man im Handumdrehen den Fernseher und weitere Sound-Quellen, wie zum Beispiel CD/DVD-Player oder den digitalen Receiver/Videorecorder. Es ist kein Verstärker oder weitere Technik nötig und vom Kabelsalat kann man sich getrost verabschieden.

Imposante Unterhaltung

Im BOSE Solo 15 TV Sound System sind insgesamt fünf hochwertige Lautsprecher verbaut, die für ein spektakuläreres Sound-Erlebnis sorgen. Der eingebaute Center-Lautsprecher ist auf die Sprachwiedergabe spezialisiert, während die seitlich eingebauten Speaker für einen weiträumigen Klang sorgen. Ich mag Bass und der BOSE Lautsprecher bedient mein Bedürfnis! Über einen Regler an der Rückseite des Sound Systems regelt man nach eigener Vorlieben die Lautstärke der tiefen Frequenzen.

Ich war nach dem Aufbau und den ersten Tests wirklich sehr überrascht, wie wuchtig und warm, voll und detailliert der Klang des BOSE-Systems ist. Egal ob Sprache, Musik oder Spiele, der Lautsprecher macht in allen Einsatzgebieten eine gute Figur und was noch wichtiger ist, einen imposanten und mitreisenden Sound.

bose-solo-15-fernbedienung

Im Lieferumfang enthalten ist ebenfalls eine etwas klobig geratene Fernbedienung, die man neben der Lautstärkeregelung auch als Fernbedienung für den Fernseher oder Receiver nutzten kann. In der mitgelieferten Gebrauchsanweisung findet man schnell den richtigen Hersteller-Code seines Fernsehers und macht damit die Fernbedienung im Handumdrehen zur Universalfernbedienung. Kein weiter Umschalter mehr nötig. Perfekt!

Das BOSE Solo 15 TV Sound System ist für rund 450 Euro bei Passiontec erhältlich. Mit diesem Gutscheincode könnt ihr sogar noch ein paar Euro sparen: D7951-3D37A-8AE7E

http://ift.tt/1EF5R2W


Dieser Beitrag wurde gesponsert von Passiontec

Der Beitrag BOSE Solo 15 TV Sound System (Sponsored) erschien auf Blogrebellen.