FAQ – Wie als DJ-Einsteiger beginnen? (Teil 5 – Essentielles Zubehör)

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Nachdem in den bisherigen Teilen unserer Serie mit DJ Tipps Zuspieler, Mixer, Software und Controller im Fokus standen, geht es im Folgenden um sinnvolles Zubehör.
So unterschiedlich Deejays sind, so verschieden sind auch die Anforderungen an das Drumherum. Die Thematik liefert Inhalt für zahlreiche weitere Kapitel. Abschließend für diesen “Beginner Guide” sollen jedoch nur einige Punkte genannten werden, welche ich als “essentiell” einer näheren Beachtung empfehlen würde. Und apropos “ich” … die folgenden Tipps speisen sich aus subjektiver Erfahrung. Falls Eure anders sind, könnt Ihr das gern kommentieren.

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Kopfhörer

Dank Waverformdarstellung und hartem Training sieht man immer öfter “Performer” ohne Kopfhörer. In jeder bildlichen Darstellung hingegen ist er, neben der Vinylplatte, die Insigne eines DJs. Aus gutem Grund. Die Funktion muss man nicht weiter erklären. Damit wird ein Song vorgehört oder vorgemischt, ohne dass das Publikum das wahrnimmt. Kopfhörer liegen auch im Alltag schwer im Trend. Vor Augen halten sollte man sich, dass eine Abhöre an einem Smartphone und in relativ ruhiger Umgebung eine andere Ausgangsbasis ist, als ein Kopfhörer an dem vorverstärkten Ausgang eines Mischpults, während einer lauten Clubnacht. Die Universallösung gibt es nicht. Aber es gibt DEN DJ-Kopfhörer schlechthin: SENNHEISER HD25. Erhältlich in verschiedenen Varianten, hat sich bei mir die Basic Edition bewährt. Leicht, robust, ausreichend laut, druckvoll, gutes Klangbild, sitzt perfekt auf meinem Kopf und bei Bedarf kann fast jedes Einzelteil ersetzt werden. Mit 149 Euro (bei Thomann) nicht gerade billig , amortisiert sich das über die Jahre des Einsatzes. Als preiswerte Alternative würde ich zum AKG K81DJ raten. Kostet unter 50 Euro, nervt allerdings mit beidseitig geführtem Kabel … eigentlich ein Unding, bei der Zusatzbezeichnung “DJ”.

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Monitore

Im heimischen Wohnzimmer scheinen klassische HiFi-Anlagen ausgestorben. An deren Stelle findet man 5.1 Systeme oder Dockingstations mit integriertem Speaker. Was aber ist die beste Abhöranlage für die eigenen vier Wände? Auch hier gibt es nicht die ultimative Lösung, jedoch eine bewährte. Drei Buchstaben auf die viele DJs schwören: KRK. Besonders die “Rockit-Serie” hat sich etabliert. Es handelt sich dabei um aktive Studiomonitore zu einem fairen Preis. Übrigens: Monitor meint Box … und nicht den Monitor beim Computer. Aktiv bedeutet, dass der Verstärker eingebaut ist. Und Studio steht eigentlich für eine möglichst neutrale Klangwiedergabe. Schwer subjektives Thema, zwischen Anspruch, Budget, Raumbedingungen und Hörvermögen. Ich bin mit meinen RP6 G2 hoch zufrieden. Mittlerweile gibt es die dritte Generation der “Rockits”. Kosten – bei 6? Tieftöner – 399 Euro / Paar. Kleine Zusatzbemerkung: Boxen wie diese nicht unmittelbar an die Wand / in eine Ecke stellen!

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Effekte und Sampler

Jede einfache DJ-Software bringt kreative Features mit. Effekte, Loops, Cuepunkte, Samples. Doch was kann ein Vinyl-DJ machen? Am Flanger des DJM600 schrauben? Nicht nur, denn mit dem KAOSS PAD von KORG gibt es ein formidables Effektgerät für DJs. Wenn es sein muss, nur mit einem Finger zu bedienen. Dank XY-Pad. Definitiv eine der innovativsten Entwicklungen der letzten Dekade – im DJ-Bereich. Die aktuelle Ausgabe, das KP 3+, schlägt mit um die 300 Euro ins Kontor. Nicht ganz so luxuriös, dafür billiger ist das mini KAOSS PAD 2S (145 Euro). Etwas verwirrend ist die Sache mit dem KAOSSILAOR. Im Prinzip identisch, ist das aber ein Synthesizer. Der erzeugt Klang, wohingegen das KAOSS PAD bereits bestehenden Klang manipuliert. Sofern man diesen richtig zuführt! Wichtig ist der Weg des Effekts … vom Kanal am Mixer über Send zum Effektgerät von da, über Return zurück an den Mixer. Und das möglichst separat regelbar. Macht zumindest weit mehr Sinn, als ein nur das Mastersignal zuzukleistern. Haltet am Mixer Ausschau nach den Begriffen Send / Return oder Aux.

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Wie kann man seinen DJ-Namen, sonstige Shouts und Shots oder auch mal `ne Sirene ins Set einspielen? Häufig gestellte Frage, die in AKAIs MPX8 eine in Hardware gegossene Antwort findet. Ein simpler Stand Alone Sampleplayer mit acht Pads. Die Daten kommen von einer SD-Card und nebenbei ist der MPX als MIDI-Controller verwendbar. Der Preis liegt bei 99 Euro.

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Ständer und DJ-Tische

Ergonomisch sinnvoll, optisch störend, mitunter unverzichtbar: Ständer. Während ich beim Laptop auf dezentes Platzieren an der Seite setze, muss mein SP1-Controller über den Mixer. PIONEER hat einen passenden Ständer dafür, den X-Stand. Hab ich mir für 99 Euro gekauft, obwohl er definitiv überteuert ist. Muss jeder selbst wissen. Ein guter Ständer für Laptop oder Controller sollte leicht sein. Dreifach leicht – im Gewicht, im Aufbau und zu transportieren. Er sollte stabil sein und flexibel. CRANE liefert da Qualität, die hat mit 169 Euro aber auch einen entsprechenden Preis. Das übersteigt vielleicht manches Budget fürs gesamte Equipment. Also nehmt es als subjektive Empfehlung, aus positiver Erfahrung. Natürlich spricht nichts gegen einen 19 Euro Billigständer, einen Faltkarton oder vier 0,5l Biergläser. Muss jeder selbst wissen – womit ich mich wiederhole.

Schon mal als 1,90 m großer, mobiler DJ an so `nem Biertischgarniturtisch aufgelegt? Schlecht für den Rücken, schlecht fürs Karma. Da wünscht man sich einen leichten Tisch in transportabler Klappkonstruktion. Gab es mal von K&M und nun – so ähnlich – wieder von AMERICAN DJ. Der MTS4DJ kommt für 119 Euro sogar mit Traverse.

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Zuhause darf eine DJ-Kanzel natürlich auch ästhetische Ansprüche bedienen. Muss ja nicht immer IKEAs Expedit sein. GLORIOUS bietet inzwischen einige, gar nicht mal so hässliche, Ansätze. Noch mehr dem Auge schmeichelt das HOERBOARD.

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Bags und Cases

Wieviele DJs schleppen ihre Platten in einer Multifunktionsbox aus dem Baumarkt zum Gig? Wieviele das Equipment in der ALDI-Tüte? Spätestens, wenn es wirklich “on Tour” geht, machen Trolleys, Cases, Taschen oder Rucksäcke Sinn. Möglichst passend für alles, was mit muss. Empfehlen kann ich die Marken UDG und MAGMA. Beide folgen ständig der allgemeinen Entwicklung und realisieren durchdachte Transportlösungen. Und, so meine Erfahrung, wenn es doch mal qualitative Probleme gibt, reagieren beide sehr schnell und kulant.

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Mikrofone

“Keulenförmiges Teil, mit dessen Nutzung sich ein DJ als solcher disqualifiziert”. Schreibt der elitäre Plattenaufleger in sein Notizbuch und hat keine Ahnung. Ich hab die auch nicht, aber ich weiß: es gibt Kondensatormikros (vorzugsweise fürs Studio) und (passender für den DJ) dynamische Mikrofone, für die Bühne. Es gibt welche mit Funkübertragung und gerade zu beachtende Probleme, mit deren Frequenzen. Ein Hochzeitsdeejay hat gern zwei Mikros, wenigstens. Und mir hat das einfache, dynamische SENNHEISER E825 (49 Euro) im Gepäck noch nie geschadet. Manchmal nutze ich das auch, was den einleitenden Satz dann doch ganz, ganz leicht bestätigt. 😀

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Musikquelle

Wo bezieht man eigentlich seine Musik? Plattenläden – in Form eines stationären Geschäfts – sterben aus. Leider, sind bzw. waren sie doch ein wichtiger Spot. Online sind sie noch präsent. Je nach musikalischer Ausrichtung sind die Adressen verschieden. BEATPORT oder JUNODOWNLOAD sind spezielle Anlaufstellen für den Clubbedarf. AMAZON oder iTUNES allgemeiner. SOUNDCLOUD, HEARTHIS oder BANDCAMP sind ein Paradies für Trüffelschweine. YOUTUBE-Rippen ist böse und SPOTIFY-Streaming steckt in den Kinderschuhen. Wichtig ist das Format. 320MP3 … bevorzuge ich. WAV oder FLAC sind ebenfalls Favoriten. Spart Euch hochkompimierte Rips, die dann noch direkt über den Soundchip des Rechners ausgegeben werden. Weil selbst wenn nicht viel Geld da ist: sobald man mit dem Auflegen paar Euro verdient, sollte man versuchen denen, die Musik erschaffen bissl was zurückzugeben.

Womit ich zum Abschluss komme. DJ sein ist mehr als Musik abspielen. Es bedeutet sich mit Musik zu befassen. Sich auszukennen. Über den Tellerrand zu schauen und mal die Scheuklappen abzulegen. Eine eigene musikalische Sprache entwickeln. Nicht austauschbar sein ist die halbe Garantie mal gebucht zu werden. Sich mit anderen auszutauschen sind weitere 25%. Der Rest ist zu 23% Zufall und zu 2% Vitamin B. B steht bei DJanes mitunter für Busen … was ich mal ebenso außen vor lasse, wie die Spezialisten der mobilen Fraktion. Da müsste man auch in PA- oder Lichttechnik eintauchen. Andermal. Vielleicht.

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Fazit

Final gilt: Kreativität sticht Ego und eine passende Auswahl der Musik rockt die Leute weit mehr, als die neuste Technik. Eines der schönsten Zitate diesbezüglich: “Wenn die Leute aus dem Club gehen, pfeifen sie die Melodie und nicht den Mixer”. Punkt!

Dieser Post erschien zuerst auf Salection.de. Ole schreibt dort seit vielen Jahren Artikel über DJism, von denen wir einige zu uns herüberziehen mussten, weil sie einfach super sind!

FAQ – Wie als DJ-Einsteiger beginnen? (Teil 5 – Essentielles Zubehör) (Quelle: Blogrebellen)

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